Für jeden Zweiten gibt es keinen Feierabend mehr

Jeder Zweite liest regelmäßig nach Dienstschluss Jobmails.

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Jeder Zweite liest regelmäßig nach Dienstschluss Jobmails.

Die Entgrenzung zwischen Privatleben und Arbeit wächst sich immer weiter aus. Jede und jeder Zweite checkt regelmäßig seine beruflichen Nachrichten im Feierabend – und findet das völlig normal, stellt eine neue Untersuchung fest.

Das berichtet Wirtschaftpsychologie aktuell über eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes. Demnach greift mittlerweile fast jeder Zweite von zu Hause auf seine Arbeitsmails zu. Für viele ist das ganz selbstverständlich, immerhin macht es die Technik möglich. Doch das Ganze hat Folgen für die Gesundheit, warnen dem Bericht zufolge Arbeitspsychologinnen und -psychologen des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo). Sie hatten untersucht, wie sich die berufliche Smartphone-Nutzung nach Feierabend auf das psychische Wohlbefinden am nächsten Arbeitstag auswirkt. Demnach ist es für Menschen belastend, ständig mobil erreichbar zu sein. Sie können nicht abschalten, müssen ständig zwischen ihren Rollen wechseln und es kommt zu einer Beeinträchtigung des Familienlebens. Außerdem beansprucht es den Körper stark, die Konzentration aufrechtzuerhalten, wenn man aber bereits im Feierabendmodus ist.

Die Forscherinnen und Forscher stellten aber auch fest, dass nicht jeder Griff zum Firmen-Smartphone problematisch ist. Sofern man eine hohe Schlafqualität hat und es schafft, gut abzuschalten. Und wenn nach Abschluss eines Projekts eine Phase der Erholung kommt.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass Führungskräfte die psychischen Ressourcen und die Gesundheit der Beschäftigten in den Blick nehmen. Und dass sich eine Kultur etabliert, in der es eben nicht normal ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Feierabend anzusprechen.

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