Frauen könnten Wirtschaft Billionen Euro bringen

Würden alle Frauen in Europa in Vollzeit arbeiten, könnte das BIP um Billionen Euro wachsen.

Pixabay / ArtsyBee

Würden alle Frauen in Europa in Vollzeit arbeiten, könnte das BIP um Billionen Euro wachsen.

Würden in Europa alle Frauen arbeiten, würde dies der Wirtschaft ein enormes Wachstum bescheren: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde demnach binnen acht Jahren um 2,1 Billionen Euro steigen. Das geht aus zwei neuen Studien hervor.

Das berichtet die Wirtschaftswoche über zwei Studien von Unternehmensberatungen. Einmal hatte die Beratung McKinsey in der regelmäßigen Untersuchung Women Matter ermittelt, dass sich das Bruttoinlandsprodukt in den westlichen Ländern Europas um 2,1 Billionen Euro erhöhen könnte, wenn die Erwerbsbeteiligung der Frauen ebenso hoch wäre wie die der Männer. Zwar ist die Frauenerwerbsquote hierzulande mit 71 Prozent sehr hoch – allerdings arbeitet fast jede zweite Frau Teilzeit. Besonders hoch sind die Teilzeitquoten der Mütter. Gerade Frauen mit kleinen Kindern arbeiten Teilzeit – in der Regel nur halbtags oder auf einer 50-Prozent-Stelle. Hinzukommen Millionen Frauen, die nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.

Das reicht aber in der Regel nicht, um für das eigene Auskommen, geschweige denn das der Kinder zu sorgen. Mehr noch: Ein riesigen Wirtschaftspotential liegt brach, denn die heute erwerbsfähigen Frauen sind so gut ausgebildet wie noch keine andere Frauengeneration vor ihnen.

Auch in anderen europäischen Ländern sieht es nicht besser aus. Gerade in den südosteuropäischen Ländern sind viele Frauen nicht erwerbstätig, sondern kümmern sich traditionell um die Familie. Im EU-Durchschnitt liegt Frauenerwerbsquote immerhin bei 62 Prozent, wobei auch hier vor allem Teilzeitarbeit das Arbeitszeitmodell der Frauen ist.

Auch die Studie The Mix That Matters: Innovation Through Diversity der Boston Consulting Group (BCG) und der Technischen Universität München zeigt dem Artikel zufolge, dass durch eine Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen die Wirtschaft gehörig angekurbelt werden könnte. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein klarer Zusammenhang zwischen Erwerbsbeteiligung der Frauen, Wohlstand und Innovationskraft der Wirtschaft generell besteht. Am höchsten ist die Wirtschaftskraft und langfristig auch die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes, wenn Frauen in allen wirtschaftlichen Bereichen gleichberechtigt sind – also nicht nur einem klassischen Frauenberuf nachgehen, sondern ebenso selbstverständlich Chefin sind.

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