Frauen haben häufiger Selbstzweifel – und sind trotzdem erfolgreich

Frauen sind anscheinend auch bei negativem Feedback hartnäckiger.

Unsplash/ Brooke Lark

Frauen sind anscheinend auch bei negativem Feedback hartnäckiger.

Wer glaubt, seinen Erfolg nicht wirklich zu verdienen, leistet häufiger schlechte Leistungen. Langfristig führen Selbstzweifel dazu, dass vor allem Frauen sich große Ziele nicht zutrauen. Das stellt eine neue Studie fest.

Schon die Facebook-Managerin Sheryl Sandberg beschrieb vor einigen Jahren in ihrem Buch “Lean in” das sogenannte Hochstapler-Syndrom: Selbst sehr erfolgreiche Frauen glauben nicht an ihre eigenen Leistungen und fühlen sich schlecht – die Selbstzweifel aber entfalten langfristig einen fast toxischen Effekt: Denn sie führen dazu, dass die Betroffenen tatsächlich schlechtere Leistungen bringen und somit hoch gesteckte Ziele nicht erreichen, obwohl sie dazu objektiv eigentlich in der Lage wären. Das belegt nun eine neue Studie, über die Wirtschaftspsychologie aktuell berichtet. Allerdings, und das ist überraschend, scheint das vor allem bei Männern der Fall zu sein. Frauen strengen sich demnach dann noch mehr an.

Das Hochstapler-Syndrom wurde erstmals von den Psychologinnen Pauline Rose Clance und Suzanne A. Imes in den siebziger Jahren anhand von sehr erfolgreichen Frauen beschrieben. Bislang ging man immer davon aus, dass vor allem Frauen davon betroffen sind und dass sich der negative Effekt bei ihnen besonders verstärkt.

Nun hat ein Foscherinnenteam untersucht, wie sich der Effekt auf die Arbeitsleistungen sowohl bei Männern und Fraue auswirkt. Mit der überraschenden Erkenntnis, dass betroffene Männer dann schlechter arbeiten. sobald sie ein schlechtes Feedback ebekommen und sich für ihr Ergebnis gegenüber Autoritäten verantworten müssen, während sich bei den Frauen keine Leistungseinbrüche zeigten.

Männer knicken ein, Frauen geben Gas

Im Gegenteil: Sie gaben sich mehr Mühe, wenn sie wussten, dass ihr Ergebnis noch von jemanden angesehen wurde oder sie eine schlechte Rückmeldung erhielten.

Und was sagt uns das? Dass Frauen offenbar härter sind und eine höhere Resilienz bei negativem Feedback an den Tag legen. Das ist eine wichtige Ressource in der Arbeitswelt. Beharrlichkeit kann sich in Verbindung mit Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit nämlich auszahlen. Der Blick in die Politik zeigt: Erfolgreiche Machtpolitikerinnen wie etwa Angela Merkel, die sich seit sehr langer Zeit an der Spitze hält, haben diese Eigenschaft.

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