Frauen bewerten sich zu kritisch

Sollen sie ihre eigene Arbeit bewerten, unterschätzen sich Frauen regelmäßig.

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Sollen sie ihre eigene Arbeit bewerten, unterschätzen sich Frauen regelmäßig.

Frauen sind oft zu selbstkritisch – und sie bewerten sich und ihre Leistung viel zu schlecht. Das zeigt eine Studie der Internationalen Hochschule Bad Honnef-Bonn, über die Wirtschaftspsychologie aktuell berichtet.

In der Studie wurden die Kompetenzen von mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in verschiedenen Positionen untersucht, berichtet das Magazin. Damit die Ergebnisse repräsentativ sein, auch branchenübergreifend. Und die Forscher achteten auf geschlechtsspezifische Unterschiede. Erstaunlich war: Die Frauen bewerteten sich durchweg schlechter. Ihre Stärken nahmen sie als weniger wichtig wahr und die eigenen Bewertungspunkte lagen unter dem, wie ihr direktes Umfeld die Mitarbeiterinnen einschätzten.

Bei den Männern war es zwar auch so, dass sie sich etwas schlechter bewerteten als es die Kolleginnen und Kollegen wie Vorgesetzten taten – allerdings waren die Unterschiede hier nicht so gravierend wie bei den Frauen. Interessant ist auch, dass die Frauen dem Bericht zufolge ihr Verhandlungstalent und die Fähigkeit, gute Abschlüsse zu erzielen als wesentlich schlechter einschätzten als die Männer. Im Schnitt, so das Magazin, schätzten die Frauen ihre Kompetenzen um ein Drittel niedriger ein als es ihr Umfeld tat.

Frauen haben durch Selbstzweifel Karrierenachteile

Das Ergebnis der Untersuchung bestätigt andere Studien und wurde bereits vielfach beschrieben. Die Studie stellte auch fest, dass die Männer in einigen Bereichen sich sogar überschätzten. So hielten sie sich für besonders empathisch und sozial etwa. Die Selbstwahrnehmung wich hier aber häufiger von der Fremdwahrnehmung ab und das direkte Umfeld schätzte die Herren in diesen Bereichen als etwas schlechter ein als es die Befragten selbst taten.

Gut untersucht ist auch, dass das versehentliche Tiefstapeln fatale Folgen haben kann: Frauen, die ihre Leistung geringer schätzen als sie faktisch ist, verhandeln weniger oft um hohe Gehaltserhöhungen und streben auch nicht forsch den nächsten Karriereschritt an. Bei den sich überschätzenden Männern ist leider eher das Gegenteil der Fall: Sie gehen fordernder an ihre Karriereplanung heran – und sind langfristig damit erfolgreicher.

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