Es geht um den Wert des Journalismus

Arbeitsverdichtung und dabei reale Lohneinbußen: So sieht Journalismus heute aus.

Unsplash / Andrew Neel

Arbeitsverdichtung und dabei reale Lohneinbußen: So sieht Journalismus heute aus.

In den vergangenen Monaten hat es so harte Tarifverhandlungen wie noch nie zwischen Journalistinnen und Journalisten und Tageszeitungsverlagen gegeben. Während die deutsche Wirtschaft brummt, soll die Bewusstseinsindustrie in Zukunft nicht einmal Reallohnsteigerungen bekommen. Es ist der bisherige Höhepunkt einer brutalen Tarifauseinandersetzung – und brandgefährlich für die Mediendemokratie. Dabei könnte es anders sein.

In der Kampfkunst gibt es einen wichtigen Satz, den jeder Anwärter und jede Anwärterin für den Schwarzen Gürtel lernen muss: ChilJeon – PalGi! Das ist Koreanisch und heißt: Sieben Mal hinfallen, acht Mal aufstehen. Der Leitspruch bedeutet, dass Niederlagen dazu gehören, will man Meister oder Meisterin in seiner Disziplin werden und dass sich der- oder diejenige durchsetzt, der oder die bereit ist, ein weiteres Mal aufzustehen, auch wenn vieles dagegen spricht.

Und genau darum geht es oft auch in Verhandlungen. Wer es nicht mit einem kooperativen Verhandlungspartner zu tun hat – wobei Studien zeigen, dass zwei kooperative Partner immer die besten Ergebnisse erzielen – der fährt am erfolgreichsten mit der Strategie Tit for Tat. Auf jede Aktion folgt die gleiche Reaktion, sprich: Hartes Verhandeln wird mit einer harten Antwort geahndet. Wer einknickt, lässt einen Mehrwert liegen und gesteht dem Verhandlungsgegenüber zu, dass dieser mit diesem Mehr allein nach Hause geht, während man selbst das Nachsehen hat. Tit for Tat verschleißt enorm viele Ressourcen und genau mit diesem Kalkül gehen Verhandler dieser Strategie in eine Auseinandersetzung: der andere soll so geschwächt werden, dass er oder sie quasi niedergerungen wird. US-Präsident Donald Trump beispielsweise gilt als Profi der Tit-for-Tat-Strategie.

Niedergerungen nach sieben Runden?

In den vergangenen Monaten konnte man in der Tageszeitungsbranche dieses Verhandlungsvorgehen gut beobachten: In den aktuellen Tarifauseinandersetzungen zwischen den Verlagen und den beiden Journalistengewerkschaften Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in ver.di und dem Deutschen Journalisten Verband (DJV) mit dem Bundesverband Deutscher Tageszeitungsverleger (BDZV) wurde seit mehreren Monaten und sieben regelrecht brutalen Verhandlungsrunden versucht, die Seite der Journalistinnen und Journalisten niederzurringen. Am Ende – nach einer kräftezehrenden Verhandlungsnacht zwischen den beiden Gewerkschaften und dem Arbeitgeberverband – stand nicht etwa ein Ergebnis, mit dem beide Seiten gut ausgesehen hätten, sondern ein unter extremen Krafteinsatz erkämpftes Minimalergebnis, das die Gewerkschaften ihren Mitgliedern gegenüber eher vor Fragen für ihre Daseinsberechtigung stellt. Der Arbeitgeberverband hingegen hatte erfolgreich Tit for Tat gespielt und sich gleich mehrfach mit weiteren schweren Geschützen für den Rückweg abgesichert. Eine fatale Situation – und was noch viel nachdenklicher stimmt: In dieser von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen Tarifauseinandersetzung geht es um viel mehr als um nur Gehaltssteigerungen für Journalistinnen und Journalisten. Es geht um die Frage, was der Journalismus heute noch wert ist.

Seit Jahrzehnten herrscht im Journalismus Dauerkrise. Redaktionen werden ausgedünnt, Dienstleistungen, ganze Abteilungen oder Redaktionen outgesourct, immer weniger Verlage halten sich noch an die geltenden Flächentarifverträge. Tarifflucht und Einsparungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Besonders schlimm ist die Situation bei den Tageszeitungen. Bei ihnen arbeiten die meisten Journalistinnen und Journalisten, auch wenn ihre Zahl in den vergangenen Jahren gesunken ist. Rund 13.000 sind es noch, für die bei regionalen und lokalen Tageszeitungen der Flächentarifvertrag gilt. Ihre Zahl wird auch in Zukunft wegen der vielen Sparmaßnahmen und Pressekonzentration durch Zusammenlegungen von Redaktionen weniger werden. Aber auch, weil immer weniger Menschen bereit sind, sich diesem oftmals allen Ressourcen fressenden Job zu widmen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Journalistinnen und Journalisten liegt einer Studie zufolge bei nicht einmal 60 Jahren!

Dabei ist der Journalismus eigentlich eine wachsende Branche: Immerhin steigt die Zahl der Onlineangebote und immer mehr Wirtschaftsunternehmen machen auch Journalismus. T-Online betreibt eine der größten Newssites im deutschsprachigen Raum, Automobilkonzerne beschäftigen Journalistinnen und Journalisten, die für ihre Media-Angebote hochwertige Nachrichten und journalistische Produkte erstellen.

Und schaut man sich die Mediennutzung an, stellt man fest: Die Zeit, die die Menschen mit Mediennutzung verbringen, hat stark zugenommen. Schon junge Leute lesen vor allem mobil über Smartphone oder Tablet – in der Regel aber nicht die lokale oder regionale Tageszeitung. Denn wir leben in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Die Zeitungen haben ein Problem mit ihrem Geschäftsmodell und sie haben ein Problem mit ihrer Attraktivität. Nachrichten sind in der Form, in der sie nach wie vor aufbereitet werden (dpa-Meldungen vom Vortag) wenig wert und kaum noch attraktiv. Warum sollte man viel Geld für Nachrichten vom Vortag ausgeben, die man anderswo kostenlos bekommt?

Stattdessen wären kluge Ideen und gute Konzepte nötig. Vor allem im Lokalen und Regionalen gibt es einen Unique Sellingpoint: niemand anderes als die Verlage und Redaktionen vor Ort sind dermaßen gut vernetzt und wären in der Lage, Nachrichten aus der Region zusammenzutragen. Niemand anderes sonst kennt die Menschen und ihre Bedürfnisse vor Ort so gut wie die Verlage und Redaktionen selbst. Und niemand anderes hat bereits eine so starke Marke, die viel Vertrauen genießt. Dazu kommen die vielen Daten, über die Medienverlage schon heute verfügen. Mit etwas Data-Science und klugen Big-Data-Strategien lassen sich ganz neue Geschäftsfelder entwickeln, die sich auch journalistisch verwerten lassen.

Das ist ein großes Potential, aber es wird nicht genutzt. Statt radikal zu denken und ganz neue lokale Zeitungen zu machen, für die auch eine junge Familie bereit wäre, einen Abopreis im Wert einer Mitgliedschaft im Sportstudio pro Monat hinzulegen, bleiben sie ihrem althergebrachten Geschäftsmodell treu und sparen, sparen, sparen, nörgeln, nörgeln, nörgeln. Wertschätzung? Fehlanzeige.

Die Arbeitsbedingungen im Journalismus sind selbstzerstörerisch geworden

Das alles hat selbstzerstörerische Konsequenzen: Man muss kein Arbeitspsychologe sein um zu erkennen, dass Beschäftigte, die fast ihr ganzes Berufsleben lang nur etwas von Krise und sterbendem Geschäftsmodell hören, die seit Jahrenzehnten damit rechnen, jederzeit wegrationalisiert zu werden, irgendwann nicht mehr motiviert sind. Man muss kein Managementseminar besuchen, um zu erkennen, dass man es in einem solchen Arbeitsklima kaum schafft, ein gutes Betriebsklima oder eine Firmenkultur zu entwickeln, in der neue Ideen entstehen können, in der Loyalität und ein konstruktiver Umgang mit Fehlern möglich ist. Mehr noch: Tageszeitungen sind keine attraktiven Arbeitgeber – gerade wegen dieser Entwicklung. Das heißt aber auch: Exzellente Führungskräfte findet man nicht in dieser Branche. Sie suchen sich Felder, in denen sie Spielräume haben. Spielräume gibt es aber dort, wo investiert wird. Wo Geld für Ideen ausgegeben wird. Die Medienbranche ist nicht dafür bekannt, sie gilt daher nicht umsonst als so etwas wie die dritte oder vierte Liga für Managerinnen und Manager.

Ähnlich ist es bei den Journalistinnen und Journalisten: Junge Talente zieht es immer weniger in den Journalismus, schon gar nicht ins Lokale oder Regionale, wo Zynismus und Perspektivlosigkeit den Joballtag prägen. Sie zieht es, wenn überhaupt noch in den Journalismus, zu den überregionalen Verlagshäusern oder gleich in die PR, wo es mittlerweile viel mehr Beschäftigte als im Journalismus gibt, wo es planbare Arbeitszeitungen, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gute Karriere- und Aufstiegschancen und vor allem weniger prekäre Beschäftigung und höhere Gehälter gibt. Und das alles noch bei kürzeren Arbeitszeiten.

Und so bleiben ein paar unverbesserliche Idealisten und diejenigen in den Redaktionsstuben zurück, denen es immer schwerer fällt, ihre Liebe für den Journalismus zu bewahren. Zugleich verstärkt sich der Druck: Mehr Output, mehr Nebenprojekte, damit der Verlag auch weiterhin profitabel ist – aber: keine Einsicht in die Bilanzen, denn Medienunternehmen unterliegen dem Tendenzschutz. Das heißt: Die Betriebsräte haben keinen Einblick in die wirtschaftliche Situation, ihre Mitbestimmungsrechte sind stark beschnitten. Die Verleger können als sehr viel über Krise und Dauerkrise sprechen und in Wirklichkeit vielleicht immer noch sehr gute Renditen erzählen, überprüfen lässt sich das Ganze nicht. Und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Journalistinen und Journalisten, die sonst alles kritisch hinterfragen und doppelt überprüfen sollen, die sollen das einfach so akzeptieren.

Guter Journalismus funktioniert wirtschaftlich

Es gibt mehrere Indizien dafür, dass es in vielen Verlagshäusern nicht so schlecht aussehen könnte, wie behauptet. Trotz Krisengerede verschwanden in den vergangenen Jahrzehnten nur sehr wenige Titel vom Markt. Und innovative Journalismusprojekte mit gut recherchierten Geschichten funktionieren wirtschaftlich recht gut, das zeigen die Beispiele von  Krautreporter in Deutschland oder Mediapart in Frankreich. Beide schreiben schon lange schwarze Zahlen. Zugleich hat es in den vergangenen 20 Jahren auch in Deutschland erfolgreiche Neugründungen wie etwa das Wirtschaftsmagazin brand eins oder das Magazin enorm gegeben.

Es wäre daher überfällig, die Sparmentalität zu beenden, gut ausgebildetes Personal zu halten und zu binden, neues einzustellen und in die Qualität des Journalismus mit Geld zu investieren. Sowie den rund 13.000 Journalistinnen und Journalisten, die in den vergangen 20 Jahren durch sehr viel Arbeitsverdichtung, wenig Gehaltssteigerungen und vielen Sparrunden dazu beigetragen haben, dass es eine immer noch so große Pressevielfalt in Deutschland gibt, kräftige Lohnsteigerungen zukommen zu lassen. Der Vergleich mit anderen Branchen zeigt: In den letzten Monaten waren die Tarifabschlüsse etwa für die Metall- und Elektrobranche oder auch den öffentlichen Dienst gut. Die IG Metall hatte beispielsweise Anfang des Jahres ein Tarifplus von 4,3 Prozent über 27 Monate erzielt, im öffentlichen Dienst gab es insgesamt 7,5 Prozent mehr Lohn.

Dabei hatten die Gewerkschaften für die Tageszeitungsbranche eine eher zurückhaltende Forderung von 4,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr für den journalistischen Nachwuchs gefordert. Es ging der Verhandlerinnen und Verhandlern nicht um immense Steigerungen, der wesentlich Punkt war: Am Ende sollte über die gesamte Laufzeit wenigstens eine echte Reallohnsteigerung herauskommen. Eine wichtige und berechtigte Forderung, besonders für die vielen freien Journalistinnen und Journalisten, ohne die kaum eine Zeitung oder eine Onlineausgabe erscheinen würde. Freelancer arbeiten in der Regel für wenige Cent pro Zeile oder für geringe Tagessätze. Sie aber müssen davon noch ihre Sozialversicherungen und ihre Altersvorsorge selbst tragen und so viel erwirtschaften, dass Krankheitstage oder Urlaub für sie nicht zu einer Frage der Existenz werden.

Der Druck steigt

Man hätte zwar eine harte Verhandlung erwarten können, aber auch echte Argumente. Stattdessen kam von den Arbeitgebern recht wenig. Kein Geld, kein akzeptables Angebot, stattdessen mehr Druck. Argumente blieben sie weitgehend schuldig, denn Bilanzen – siehe oben – können nicht überprüft werden. Und Berichten der Verhandlerinnen und Verhandler aus den Gewerkschaften zufolge soll es außerdem noch Beleidigungen gegeben haben. Ein Schlag ins Gesicht, bedenkt man, dass die Tarifkommissionen maßgeblich mit ehrenamtlichen Mitgliedern besetzt sind.

Apropos Druck: Der ist für Journalistinnen und Journalisten in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Einerseits durch Fake-News und einen erstarkenden Rechtspopulismus, der Journalistinnen und Journalisten unter Generalverdacht stellt und dafür sorgt, dass Angriffe auf sie mittlerweile zum Arbeitsalltag gehören. Besonders Journalistinnen werden im Netz angefeindet, müssen sich Drohungen und Sexismus gefallen lassen. Und die ständigen Pöbeleien verstärken die Vertrauenskrise noch. Dabei hat diese durchaus auch etwas mit den Sparmaßnahmen in den Redaktionen und dem kriselnden Geschäftsmodell zu tun. Leserinnen und Leser finden in Zeiten der Digitalisierung Fehler leichter und schneller, sie reagieren auch schneller – schicken Mails, Messages, Tweets. Und die immer weniger werdenden Journalistinnen und Journalisten, die häufig auch über ihre privaten Accounts kontaktiert werden, stehen unter dem Druck, jederzeit reagieren zu müssen. Dazu noch Stress neben allem anderen die vielen verschiedenen digitalen Plattformen jederzeit professionell bespielen zu müssen. Kein Wunder, dass hier und da auch mal Flüchtigkeitsfehler entstehen. Nach fest kommt bekanntlich ab.

Und weil irgendwann das Maß voll ist, waren unzählige Journalistinnen und Journalisten überall in Deutschland dazu bereit, zu streiken. Doch die vielen Warnstreiks vermochten nur leicht verbesserte Angebote zu bewirken. Am Ende stand die Urabstimmung über einen unbefristeten Warnstreik an. 89,2 Prozent der Mitglieder der dju in ver.di, die seit Beginn des Jahres 2018 für Reallohnsteigerungen und eine Aufwertung journalistischer Arbeit gekämpft haben, stimmten dafür. Ein klares Votum für Tit for Tat. Damit gingen die Verhandlerinnen und Verhandler der dju in ver.di in die letzte Runde. Und hier gab es endlich ein Angebot, das der ursprünglichen Forderungen wenigstens minimal entgegen kam, aber der nächste Schlag erfolgte prompt: die Kündigung des Manteltarifvertrags. In diesem sind viele wichtige Sozialleistungen und Rahmenbedingungen wie etwa die wöchentliche Arbeitszeit geregelt. Wird dieser gekündigt, stehen all diese wichtigen Errungenschaften zur Disposition. Die Arbeitgeber gewinnen so jede Menge Verhandlungsmasse für die kommenden Tarifrunden. Für die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter ist das allerdings ein weiteres Niederknüppeln. Wenn man in einer Verhandlung dem anderen keinen Raum mehr lässt, geht es irgendwann ums Ganze. Dann wird aus einer sportlichen und eigentlichen fairen Auseinandersetzung ein echter Kampf, in dem es auch um Existenzfragen geht.

Dazu forderten die Arbeitgeber eine extrem lange Laufzeit des Tarifvertrags. Ist diese zu lange und gibt es während dieser langen Zeit keine weiteren Gehaltssteigerungen, handelt es sich in Wirklichkeit um Lohnsenkungen, weil parallel die Inflation weiterläuft. Die Analyse des Angebots zeigt: Wegen der langen Laufzeit verpufft der Erhöhungseffekt, es kommt eben gerade keine echte Reallohnsteigerung heraus.

Für die Verhandlungskommission der dju in ver.di ein Grund, sich gegen das Angebot auszusprechen. Ginge es nach ihnen, wird es so keinen Abschluss geben. Die andere Journalistengewerkschaft, der DJV, aber hat sich dazu entschieden, das Angebot anzunehmen. Das ist schlecht – denn beide Gewerkschaften brauchen einander. Lassen sie sich gegeneinander ausspielen, gibt es am Ende nur Verlierer. Nicht einmal der Arbeitgeberverband wird als Sieger aus diesem Tarifstreit herausgehen, denn das schlechte Ergebnis wird auf die gesamte Branche ausstrahlen. Es ist ein klares Zeichen an die 13.000 Journalistinnen und Journalisten, dass sie es eben nicht wert sind. Und was tun Menschen, denen man zeigt, dass sie nur einen geringen Wert haben? Werden sie innovative Konzepte erarbeiten, neue Ideen entwickeln, loyal und hochmotiviert sein? Oder werden sie viel eher innerlich kündigen? Was bedeutet das wohl für die Qualität des Journalismus? Bedenkt man, dass der Lokaljournalismus das Rückgrat der Mediendemokratie ist? Was heißt das wohl für Deutschland, das angesichts des sich ausbreitenden Rechtspopulismus mehr und mehr gespalten ist?

Ausgelaugt und niedergerungen nach sieben Runden – so steht zumindest der DJV da. Die dju in ver.di ist noch auf der Matte, bereit abermals aufzustehen. Doch die Tarifkommissionen haben nur Empfehlungen abgegeben, das letzte Wort haben nun die Mitglieder.

Sie sollten ein achtes Mal aufstehen

Beide Gewerkschaften werden über den Sommer also ihre Mitglieder befragen und sich zu dem Ergebnis verhalten. Es ist eine besondere Situation in einer bisher selten so da gewesenen Auseinandersetzung. Und es ist bitter, dass der Tarifstreit kaum öffentlich diskutiert wird. Es wäre an der Zeit, dass sich das ändert und dass aus dem Misstrauen in Journalistinnen und Journalisten wieder Solidarität wird. Denn sie sind es, die nach wie vor maßgeblich zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen. Sie sind es, die eine wichtige Wächterfunktion in der Demokratie ausüben. Und sie sind es, die es auch in Zukunft brauchen wird.

Sieben Verhandlungsrunden hat es gegeben. Eine achte könnte folgen – sofern die Journalistinnen und Journalisten ein achtes Mal aufstehen. Man möchte ihnen zurufen: ChilJeon – PalGi! Sieben Mal hinfallen, acht Mal aufstehen. Das wäre echter Kampfgeist.

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