Ein Arbeitstag pro Woche für Meetings

Studien zeigen: Es wird zu viel Arbeitszeit mit Meetings verschwendet.

Jeanette Dietl/fotolia

Studien zeigen: Es wird zu viel Arbeitszeit mit Meetings verschwendet.

Unproduktive Meetings kosten Zeit – im Schnitt gehen für überflüssige und ineffiziente Arbeitstreffen 4,5 Stunden pro Woche drauf. Und viele Führungskräfte sind außerdem weitere 4,6 Stunden durchschnittlich pro Woche mit der Vor- und Nachbereitung der Meetings beschäftigt.

Macht ganze 8,6 Arbeisstunden, also mehr als einen Arbeitstag pro Woche aus, wie das Magazin Inc.com berichtet. Die Verschwendung von Arbeitszeit ist nicht nur betriebswirtschaftlicher Wahnsinn, es demotiviert auch die Mitarbeiter.

Nach einer aktuellen Harris Umfrage im Auftrag des Unternehmens Clarizen  hält jeder zweite Beschäftigte ständige Update-Meetings oder Teamsitzungen für überflüssig. Fast jeder fünfte würde lieber Wandfarbe beim Trocknen zusehen, als unproduktiven Meetings beiwohnen zu müssen.

Nicht inflationär Collaborationtools verwenden

Freilich lassen sich nicht alle Arbeitstreffen abschaffen. Teams müssen sich besprechen, Arbeit verteilen, Vorgehensweisen klären. Und Absprachen kosten Zeit. Eigentlich sind dafür allerlei Programme entwickelt worden, die die Arbeit effizienter machen sollten. Collaborationsoftware und Projektmanagementtools beispielsweise. In vielen Unternehmen werden aber mittlerweile so viele dieser Tools eingesetzt, dass die Mitarbeiter sehr viel Zeit mit der Pflege dieser Dokumente, Tabellen und Spreadsheets verwenden, wo sie den Status ihrer Arbeit festhalten, statt ihre Arbeit selbst zu tun. Führungskräfte tun daher gut daran, sparsam bei der Verwendung dieser Tools zu sein.

Ansonsten gilt: Überprüfen, ob so viele Meetings wirklich notwendig sein. Die Tagesordnung vorher festlegen und auch, wer für welchen Punkt anwesend sein muss. Für Themen, die nicht alle Teammitglieder betreffen, können eigene Calls veranstaltet werden oder diese Punkte wandern ans Ende, sodass einige bereits vorher das Meeting verlassen können. Ganz wichtig sowieso: Kein Herumlabern erlauben und affektiertes Inszenierungsverhalten eindämmen. Inc.com empfiehlt etwa, besonders die täglichen Arbeitstreffen nur im Stehen abzuhalten. Dann sei die Chance groß, dass sich die Mitarbeiter disziplinierten, um sich nicht unnötig die Beine in den Bauch zu stehen.

Ein Kommentar

  1. Ineffiziente Arbeitstreffen, lassen auch die grundsätzliche Frage nach dem Führungsstil im Unternehmen aufkommen. “Früher” wurden deutlich weniger Meetings angesetzt – aber Firmen auch ganz anders geleitet.

    Es scheint also Zusammenhänge zu geben.
    Auch die doch so im Trend liegenden “kooperativen Führungsstile” dürfen schließlich hinterfragt werden – oder nicht?

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