„Dieser Schritt war für mein persönliches Glück notwendig“

"Irgendwann hat es mir dann doch nicht mehr gereicht, nur nebenher Schmuck zu machen. Ich wollte herausfinden, ob ich das Ganze professionell betreiben und auch davon leben kann", so Johanna Waschmann.

Johanna Waschmann

"Irgendwann hat es mir dann doch nicht mehr gereicht, nur nebenher Schmuck zu machen. Ich wollte herausfinden, ob ich das Ganze professionell betreiben und auch davon leben kann", so Johanna Waschmann.

Die klare Erkenntnis, dass die Gründung eines Schmucklabels für ihr persönliches Glück notwendig ist, treibt Johanna Waschmann an, ihren sicheren Job bei einem Kosmetikkonzern zu kündigen.

Schon als kleines Mädchen entdeckt Johanna Waschmann ihre Faszination für Schmuck. Alles was funkelt und glänzt, zieht sie magisch an. Vermutlich liegt es in den Genen, denn ihre Urgroßväter waren bereits Gold- und Kunstschmiede.

Trotz ihrer Liebe für Schmuck geht die 1983 geborene Hamburgerin beruflich zunächst einen anderen Weg und entschließt sich für ein Magisterstudium. Parallel dazu entwickelt Waschmann ihre Fertigkeiten aber durch verschiedene Design- und Goldschmiedekurse weiter.

Einzelstücke und Sonderanfertigungen für Freunde und Bekannte sowie ein bis zwei private Ausstellung pro Jahr reichen Waschmann letztendlich jedoch nicht aus, so dass sie sich nach einigen Jahren als Produktmanagerin im Marketing der Beiersdorf AG entschließt, sich ganz ihrer Leidenschaft zu widmen. Ende 2013 ist es soweit, Waschmann gründet ihr eigenes Schmucklabel ALMA FRIEDA.

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Johanna Waschmann: Schmuck war schon immer meine Leidenschaft. Trotzdem habe ich mich nach dem Abitur zunächst gegen eine Goldschmiedelehre entschieden. Meine Passion musste erst einmal viele Jahre hinter Studium und Job zurückstecken. Und obwohl ich mich parallel fortgebildet und weiterhin Schmuck kreiert habe, blieb nicht genug Zeit für meine Leidenschaft.

Irgendwann hat es mir dann doch nicht mehr gereicht, nur nebenher Schmuck zu machen. Ich wollte herausfinden, ob ich das Ganze professionell betreiben und auch davon leben kann. Mir war aber schon damals klar, dass das nur mit vollem Einsatz gelingen kann. Deshalb habe ich meinen sicheren Job im Großkonzern gekündigt.


In der Serie 6 aus 49 beantworten 49 weibliche Führungskräfte sechs Fragen zu ihrem persönlichen Karriereweg.


die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Waschmann: Bevor ich den Mut hatte, meinen Job zu kündigen, kam ich zu der klaren Erkenntnis, dass dieser Schritt für mein persönliches Glück notwendig ist. Mit dieser Überzeugung konnte ich dann auch mein enges Umfeld überzeugen. Meine Familie und meine Freunde standen und stehen hinter mehr und schenken mir viel Kraft.

die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Waschmann: Ja, sicher. Die meisten davon hatte ich vorher einkalkuliert, aber einige Hindernisse waren auch unerwartet. Allerdings begreife ich es als Teil des Unternehmertums, mich von Problemen nicht aufhalten zu lassen, sondern Lösungen zu finden.

Dass es kein leichter Weg werden würde, war mir von Anfang an klar. Ich versuche aber, mich über die Dinge zu freuen, die unerwartet gut laufen, statt mich über die Punkte zu ärgern, die wieder erwartend schwierig sind.

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Waschmann: Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch und kann mich sehr für Dinge begeistern. Außerdem habe ich einen starken Willen. Wenn ich fest an etwas glaube, gibt mir das sehr viel Energie, um ein Ziel zu erreichen.

die Chefin: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Waschmann: Wenn Du Dich in Details verlierst, tritt einen Schritt zurück und blicke von außen auf die Dinge. Dann siehst Du wieder, was wirklich wichtig ist. Und das gilt nicht nur im Job!

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Waschmann: Eigentlich zähle ich mich selbst noch zum Nachwuchs. Aber mein Rat wäre: Stelle Dir selbst viele Fragen und beantworte sie ehrlich. Frage andere nach Ihrer Meinung, aber bleib Dir selbst treu. Lerne von den Erfahrungen anderer, aber habe keine Angst, Deine eigenen zu machen!

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