„Die meisten Ängste sind Momentaufnahmen“

Jan Kohlrusch

"Ich bin grundsätzlich eher lösungs- als problemorientiert. Das halte ich für eine echte Stärke", so Mona Schnell.

Aufgeben ist für Mona Schnell keine Option. Ganz im Gegenteil, ob Hürde oder Ängste, die Kommunikationsexpertin packt Herausforderungen bei den Hörnern.

Seit ihrem Journalismus-Studium arbeitet Mona Schnell als freie Journalistin. Seit zehn Jahren leitet sie eine Agentur für PR, Management und Booking mit dem Fokus, Musiker, Comedians und Experten stimmig in den Medien zu platzieren. Sie ist Ghostwriterin und Autorin von „Kill Dein Kaninchen! Wie du irrationale Ängste kaltstellst“. Wie Frauen ihr Panik-Kaninchen töten können, erzählt die Kommunikationsexpertin im Gastbeitrag „Frauen, tötet Euer Panik-Kaninchen!“.

 

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Mona Schnell: Ich langweile mich schnell, also brauche ich eine Arbeit, die viel Abwechslung bietet. Die Vielseitigkeit in meinem Beruf ist daher sehr wichtig für mich. Kommunikation ist ein weites Feld und sie verändert sich stetig. Sie ist etwas sehr persönliches und abhängig von der Zielgruppe. Kommuniziere ich beispielsweise mit meinem Partner, geschieht das auf einer anderen Ebene und in einer anderen Sprache als wenn ich mit einem Kunden spreche. Besonders spannend finde ich dabei, die Unterschiede zwischen den Generationen zu sehen, aber auch, die verschiedenen Kulturen genauer zu betrachten.

Die Herausforderung ist es bei meinen Konzepten, die ich für Künstler, Firmen und Wissensvermittler entwickle, die Sprache und Ansprache der Zielgruppe zu treffen und trotzdem immer glaubwürdig und authentisch rüberzukommen. Nichts wirkt alberner als jemand, der versucht, die Sprache einer Gruppe nachzuahmen, anstatt nur den richtigen Ton zu treffen.

die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Schnell: Ich hatte nie einen Mentor. Aber mit jedem Kunden arbeite ich mich in ein neues Thema ein. Ich lerne also nie aus. Das beschert mir auch häufig neue Blickwinkel und bringt mich auf Ideen. Außerdem sind meine Geschäftspartner in meinen Geschäftsfeldern stets gute Sparringspartner – was mich jeden Tag aufs Neue unterstützt. Ich liebe es, in Netzwerken zu arbeiten, die kooperieren, anstatt in gegenseitiger Konkurrenz zu stehen.


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die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Schnell: Die meisten Hürden habe ich mir selbst im Kopf gesetzt. Das passiert auch heute noch ab und zu: Angst vor Armut, Angst vor dem Scheitern, Angst vor der Zukunft … Die Liste ist lang. Die Erfahrung zeigt mir aber, dass die meisten Ängste Momentaufnahmen sind, die mit der Realität nicht viel zu tun haben. Wenn ich wirklich etwas finden möchte, was mich ausgebremst hat, dann sind das Menschen, die mich nicht ernst genommen haben oder auch Kunden, die einfach ihre Rechnungen nicht bezahlen. Ich bin überrascht, dass es das immer noch gibt. Besonders erstaunlich finde ich, dass es meist diejenigen sind, die es sich eigentlich problemlos leisten können. Ich habe leider auch schon erlebt, dass es Kunden gibt, die das Nichtbezahlen von Rechnungen wie eine Art Hobby betreiben und leider auch immer wieder damit durchkommen. Für das Karma kann das nicht gut sein!

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Schnell: Ich habe noch nie aufgegeben, wenn ich etwas wirklich wollte. Und wenn mir jemand sagt, das schaffst du nicht, dann schaffe ich es erst recht. Ich setze mir immer Ziele und entwickle immer wieder neue Visionen. Das kann ich gut und darüber freue ich mich sehr. Dabei bin ich grundsätzlich eher lösungs- als problemorientiert. Das halte ich für eine echte Stärke.

die Chefin: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Schnell: Meine Mutter hat mir als Kind mal etwas ins Poesie-Album geschrieben: „Bevor du redest, überlege. Bevor du’s sagst, denke nach. Gedanken können nicht verletzen, unbedachte Worte sehr.“ Ich bin sehr impulsiv und sage leider immer mal wieder etwas, das mir hinterher leidtut. Den Album-Spruch meiner Mutter habe ich stets im Hinterkopf und der hat mich schon so manches Mal vor zu viel Emotionalität bewahrt.

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Schnell: Dass sie sich überlegen, was sie wirklich machen wollen, anstatt sich von anderen beeinflussen zu lassen. Keiner weiß so gut, wie man selbst, in welche Richtung man marschieren möchte. Dabei sollte der finanzielle Aspekt zweitrangig sein. Ich glaube fest daran, dass wir in dem, was wir tun, besser sind, wenn wir es mit Leidenschaft tun.

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