Die Marke ICH entwickeln

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Erst die Marke macht aus Menschen oder Dienstleistungen etwas ganz Besonderes.

Markenmacher machen es uns vor: Aus Produkten werden Brands. Brands, die positive Emotionen wecken und gefragt sind. Auch Menschen können eine erfolgreiche Marke sein, eine ICH-Marke. Wie das geht, weiß Anja Mahlstedt.

Ein Gastbeitrag von Anja Mahlstedt

Was haben Udo Jürgens, Mark Zuckerberg und Cristiano Ronaldo gemeinsam? Sie haben Charisma und Erfolg, begeistern Massen, stiften Vertrauen, wecken in uns positive Emotionen und prägen unsere Vorlieben. Mit anderen Worten: Sie haben es geschafft, eine erfolgreiche und starke Marke zu werden. Denn erst die Marke macht aus ähnlichen Produkten, Menschen oder Dienstleistungen etwas ganz Besonderes, etwas Nachgefragtes. Menschen können also eine Marke sein – eine ICH-Marke.

Was können wir von Markenmachern für unsere Karrieregestaltung lernen?

Bei welchen Produkten zitieren Sie wie selbstverständlich einen bestimmten Markennamen? Mir geht es so, wenn ich zum Beispiel um ein Taschentuch bitte, mir eine Nussnougatcreme über den Frühstückstisch reichen lasse oder für meine Lippen einen farblosen Fettstift benutze. Auch, wenn dabei das konkrete Produkt gar nicht auf dem Tisch steht bzw. ich es in der Hand habe, ich nenne es trotzdem so. Der Grund: Die Marke ist einzigartig und steht für eine bestimmte Eigenschaft und einzigartige Qualität.

Wie können Sie dieses Wissen für Ihre Karriere nutzen?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten so viel Expertise in Ihrem beruflichen Feld vorzuweisen, dass man sich in jedem Fall an Sie wendet. So, wie man in der theoretischen Physik nicht an Steve Hawking oder früher in der Herztransplantation nicht an Prof. Christiaan Barnard aus Südafrika vorbei kam. Das kann Ihnen auch in dem Umfeld gelingen, in dem Sie tätig sind!

Was tun Markenmacher, wenn sie eine neue Marke etablieren wollen? Als erstes setzen sie sich mit dem sogenannten USP (Unique Selling Proposition) auseinander, dem Kern der Marke. Er beantwortet viele wichtigen Fragen wie:

  • Was macht die Marke einzigartig?
  • Warum sollte der Konsument bereit sein, mehr für mich als für ein anderes Produkt zu zahlen?
  • Warum sollte der Konsument zu mir und nicht zu einem anderen Produkt greifen?

Hier ist das Unterscheidungsmerkmal in jedem Fall die Qualität und die Bekanntheit!

Was heißt das konkret für Sie?

Finden Sie Ihren persönlichen Markenkern (Ihren USP), denn dieser unterscheidet Sie von anderen. Beantworten Sie sich die Frage: Was ist mein Alleinstellungsmerkmal?

Bei der Entwicklung Ihres Alleinstellungsmerkmals helfen nachfolgende Fragen:

  • Wofür brennen Sie und wo liegen Ihre Stärken?
  • Was sollen Ihre Kollegen oder Kunden mit Ihnen und Ihrer Arbeit verbinden?

Sie sollten Ihre Stärken kennen, verstärken und wissen, wo Sie sie einsetzen können. Unterstreichen Sie dabei die Besonderheit Ihrer eigenen Persönlichkeit durch klare, sich im Gedächtnis Ihres Gegenübers einprägende Wiedererkennungsmerkmale.

So erhöhen Sie Ihre Markenbekanntheit!

Die Werber unterscheiden zwischen der gestützten und der ungestützten Markenbekanntheit. Dabei wird bei der gestützten Markenbekanntheit der Titel oder der Einsatz der Marke oder der Person genannt. Bei einer hohen ungestützten Markenbekanntheit ist dieser Zusatz gar nicht mehr notwendig.

So wird man bei Victoria Beckham nicht mehr fragen müssen: Kennen Sie Victoria Beckham, die Frau von David? Ihr Name hat sich längst mit einer solch hohen ungestützten Markenbekanntheit etabliert, dass sie selbst alle möglichen Produkte wie Mode oder Kosmetika positionieren kann. Immer mit der gleichen Botschaft versehen: Tragt mich und Ihr seid so sexy und erfolgreich wie ich! Das lassen sich viele Frauen einiges kosten.

Wie wäre es also, wenn Sie sich auch eine ungestützte Markenbekanntheit erarbeiten? Dazu müssen Sie kein Promi sein, sondern sich “nur” ein Alleinstellungsmerkmal mit Ihrer Expertise erarbeiten, das dann immer wieder zum Einsatz kommt und einen Wiedererkennungseffekt hat.

Wer sich positioniert, muss auch mal Nein sagen!

Mit einem stark ausgeprägten Harmoniebedürfnis wird man schnell zu „Everybody’s Darling“. Und dieser ist bekanntlich auch schnell „Everybody’s Depp“, macht viele der unbequemen Fleißaufgaben und bekommt selten die Projekte, die für die entsprechende Sichtbarkeit im Unternehmen sorgen.

Erlauben Sie sich daher zukünftig bei Anfragen, die nicht zu Ihrer Positionierung passen, auch einmal Nein zu sagen. Das schärft Ihr Profil und Sie verschaffen sich Respekt. Möglicherweise wird das nicht jedem gefallen. Doch vergessen Sie nicht: Echte Marken dürfen polarisieren!

Machen Sie es wie Mr. Bond!

Sie haben ausgewiesenes Know-how aufzuweisen und sind es wert, dass man sich Ihren Namen merkt? Und trotzdem denkt man bei dem nächsten Karriereschritt nicht automatisch an Sie? Überlegen Sie, ob Sie auf den richtigen Unternehmensbühnen präsent sind und sich ausreichend an den Grundsatz „Tue Gutes und rede darüber“ halten.

Verankern Sie Ihren Namen! Denn Eindeutigkeit und Klarheit sind – wie der Wiedererkennungseffekt – wichtig. Haben Sie einen längeren weniger einprägsamen Namen, dann machen Sie es wie James Bond: Mein Name ist Bond, James Bond. Und schon haben Sie das Unaussprechliche zweimal verankert.

Einfach mal machen!

Mit Hilfe der eigenen Markenbildung schaffen Sie es, sich so zu positionieren und zu präsentieren, dass andere Menschen Ihre Leistungen nachfragen. Eine starke ICH-Marke wirkt durch ihre Anziehungskraft, weil sie einen Mehrwert bietet.

Haben Sie den Mut zum Self-Branding. Dazu gehört auch, die Dinge einfach mal zu machen, Neues auszuprobieren, Regeln nicht immer als gegeben hinzunehmen und die eigenen Ziele im Auge zu behalten. Schreiben Sie sich nicht nur To-do-Listen, sondern auch Not-To-do-Listen. Sie helfen Ihnen den Fokus auf das Wesentliche zu bewahren.

Eines ist sicher: Eine Ich-Marke macht glücklich. Wirklich! Denn was ist schöner als das zu machen, wofür man wirklich brennt.

 

Anja Mahlstedt legte sich als eine der jüngsten Führungskräfte in einem internationalen Konzern einen reichen Erfahrungsschatz zu, den sie in ihren Vorträgen, Seminaren und Workshops teilt. Dabei greift sie auf 15 Jahre Berufserfahrung in leitenden und gestaltenden HR-Funktionen zurück, ist seit über 13 Jahren erfolgreich im eigenen Unternehmen tätig und hat mit Ihr Weg zur Marke ICH – kluge Strategien für beruflichen Erfolg ihr zweites Buch veröffentlicht.

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