Die Lohnlücke abschmelzen lassen: Aktion zum Equal Pay Day

Die Lohnlücke abschmelzen? Geht nur mit vereinten Kräften.

Unsplash / Matheus Ferrero

Die Lohnlücke abschmelzen? Geht nur mit vereinten Kräften.

Am 18. März ist Equal Pay Day (EPD) in Deutschland: Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen quasi kostenlos. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) plant anlässlich des Tages  eine witzige Mitmach-Aktion am Brandenburger Tor.

Frauen bekommen in Deutschland durchschnittlich 21,5 Prozent weniger Gehalt als Männer – auch wenn ein Teil der Lücke erklärt werden kann: Es bleibt ein unerklärbarer Rest von etwa sechs bis sieben Prozent Verdienstunterschied. Von echter Gleichberechtigung kann daher keine Rede sein.

Die Aktion

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich daher zum Ziel gesetzt, der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen entgegenzuwirken. Anlässlich des Equal Pay Days am 18. März planen die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter daher eine Mitmachaktion in Berlin am Brandenburger Tor. Sie soll die neue Bundesregierung darauf aufmerksam machen, das Thema gleiche Bezahlung weiter voranzutreiben – und beispielsweise das Entgelttransparenzgesetz auszubauen.

Frauen und Männer sind aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen: Am Brandenburger Tor wird eine überdimensionale gefrorene Eisskulptur aufgestellt, die die Entgeltlücke symbolisieren soll. Jeder, der mitmachen möchte, ist eingeladen, den Eisblock und damit den Gender Pay Gap zum Schmelzen zu bringen. Erlaubt ist dabei alles, was als Werkzeug oder Instrument nützlich sein kann – vom Fön bis zum Bunsenbrenner oder einer Wärmflasche. Los geht es am Freitag, 16. März, um 11 Uhr am Pariser Platz in Berlin.

Neue EU-Zahlen zum Pay Gap

Erst am Mittwoch hatte das europäische Statistikamt Eurostat die neuen Berechnungen zum Gender Pay Gap bekannt gegeben. Demnach lag die unbereinigte Lohnlücke im Jahr 2016 in Deutschland bei 21,5 Prozent. Höher war der Wert nur in Estland (25,3) und Tschechien (21,8).

Am geringsten war der Pay Gap in Rumänien (5,2), Italien (5,3) und Luxemburg (5,5). Im EU-Durchschnitt lag die Differenz 2016 bei 16,2 Prozent.

Zwar ging das Lohngefälle in der EU seit 2011 um 0,6 Prozent zurück, in Deutschland sogar um 0.9 Prozent. Allerdings stagniert der Wert seither auf diesem Niveau.

Eurostat stützt sich bei den Daten auf eine vierjährige Erhebung sowie auf Schätzungen der Mitgliedstaaten auf Grundlage nationaler Quellen.

Passend zum Thema