Die Chefinnen unterstützen die Fair-Pay-Kampagne

Sind Männer und Frauen gleichberechtigt? In Sachen Gehalt in Deutschland leider noch nicht.

Pixabay / Geralt

Sind Männer und Frauen gleichberechtigt? In Sachen Gehalt in Deutschland leider noch nicht.

Das überfraktionelle Bündnis der „Berliner Erklärung“ war schon mit Frauenquote erfolgreich. Jetzt wurde die Initative “Fair Pay heute” gestartet – und soll das Entgeltgleichheitsgesetz vorantreiben. Die Chefinnen unterstützen die Aktion selbstverständlich.

Vor fünf Jahren schlossen sich Politikerinnen, Multiplikatorinnen und Entscheiderinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft schon einmal zusammen. Damals machten sich die Frauen (und Männer) dafür stark, mehr Frauen in die Entscheidungsprozesse der Wirtschaft einzubeziehen und ihren Anteil in Führungspositionen zu erhöhen. Am Ende wurde das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (“Frauenquote”) tatsächlich auf den Weg gebracht. Doch von dem Gesetz, das letztlich als verpflichtendes Instrument nur für die Aufsichtsräte der börsennotierten Unternehmen greift, profitieren die allermeisten Frauen hierzulande nicht.

Die normale Arbeitnehmerin hat ganz andere Probleme: ein in der Regel deutlich kleineres Einkommen als der männliche Kollege oder ein Mann, der gleichwertige Arbeit macht. Typische Frauenberufe werden im Schnitt deutlich schlechter bezahlt als typische Männerberufe. Vergleicht man nur die Stundenlöhne von in Vollzeit arbeitenden Frauen mit denen von in Vollzeit arbeitenden Männern so klafft eine Lücke von fast 22 Prozent. Und selbst bei gleicher Ausbildung, gleicher Tätigkeit und gleicher Position und selbst gleicher Erfahrung zeigt sich ein nicht erklärbarer Unterschied von sieben Prozent. Man kennt die Zahlen. Und kann auch nicht mehr hören, wenn es dann heißt: dieser Unterschied komme von individuellen Lebensentscheidungen der Frauen. Oder daher, weil Frauen einfach zu schlecht verhandelten oder schlicht zu wenig bezahlte Überstunden machten.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will daher das Entgeltgleichheitsgesetz auf den Weg bringen – ein längst überfälliger Schritt, um Frauen die Chance zu geben, zu erfahren, wie stark sie unter dem Gehaltsschnitt bei ihrem Arbeitgeber liegen. Das heißt zwar nicht, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden müssen – es hieße nur, dass die Frauen (und im übrigen auch Männer) ein Recht darauf hätten, zu erfahren, wo sie in der Gehaltsstruktur liegen. Was dann geschieht, ist immer noch Verhandlungssache, abhängig vom Marktwert oder so banalen Dingen wie Glück oder Sympathiewerten beim Chef. Oder juristischer Härte, denn nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das in diesem August zehn Jahre alt wird, darf niemand aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden.

Jetzt mitzeichnen

Das neu gegründete FairPay-Bündnis setzt sich nun dafür ein, dass das wichtige Entgeltgleichheitsgesetz auf den Weg gebracht wird. Dass Transparenz für alle hergestellt wird, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet werden, eine ungleiche Bezahlung aufzuheben und typische Frauendomänen wie soziale Berufe aufgewertet werden.

Die Unterstützterinnen und Unterstützer kommen aus allen Parteien und wollen überfraktionell Mehrheiten für die berechtigten Belange von Frauen herstellen. Sie eint der feste Wille, die verfassungsrechtlich verbürgte Gleichberechtigung von Männern und Frauen auch in der Realität und im Portemonnaie endlich umzusetzen. Zu den Initiatorinnen gehören etwa die Grünen-Politikerin Renate Künast, Cornelia Möhring von der Linkspartei, Carole Romann von der SPD, Ramona Pisal, die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbunds, Henrike von Platen, die frühere Präsidentin der Business and Professional Woman Germanay sowie Monika Schulz-Strelow, die Präsidentin des Vereins Frauen in die Aufsichtsräte.

Die Chefinnen unterstützen das Bündnis. Wer sich der Forderung anschließen will, kann einfach auf www.fairpay-heute.de mitzeichnen.

Statements

Schreiben Sie uns einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Passend zum Thema