Der CEO der Zukunft ist eine Frau

Künftig wird es mehr Frauen in Führungspositionen geben.

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Künftig wird es mehr Frauen in Führungspositionen geben.

2040 wird jeder dritte Firmenlenker eine Frau sein. Das glaubt die Beratung “Strategy&”, vormals bekannt als Booz Allen Hamilton, in einer Prognose. Demnach sind die Chefinnen der Zukunft technologisch hoch kompetenz.

Sie arbeiten eng mit einem Chief Strategy Officer zusammen und nehmen ihre Personalvorstände wesentlich ernster als es heute der Fall ist. Wenn es nach dem Headhunter Heiner Thoborg geht, dann ist diese Vision gar nicht mal so unwahrscheinlich. In einem Beitrag für das Manager Magazin beschreibt der Gründer des Netzwerks “Generation CEO”, in dem hochkarätige Managerinnen organisiert sind, welche Vorstellungen er von den Chefinnen der Zukunft hat.

Thoborg zufolge sind in den westlichen Staaten schon heute knapp die Hälfte aller Studierenden weiblich. Für Deutschland sind es sogar mehr als 50 Prozent der Studienanfänger. Und an den meisten Business Schools studieren mehr als 40 Prozent Frauen. Die Eu-weite Debatte um eine Frauenquote in Führungspositionen und ja auch, die bereits bestehenden Quotengesetze etwa in Norwegen und Schweden, machen schon heute die Kontrollgremien von börsennotierten Unternehmen etwas vielfältiger. Aber natürlich werden Chefpositionen im Jahr 2040 andere Qualifikationen erfordern.

Dazu hat etwa der Zukunftsforscher Ayad Al-Ani sich intensiv in seiner Forschung auseinandergesetzt. Denn künftig müssen Managerinnen und Manager nicht mehr von oben durchregieren, sondern sie brauchen umfassendere Skills. Weil künftig viele Innovationen in der Crowd entwickelt werden, ist es wichtig, zu wissen, woher man dieses Knowhow bekommt. Die Präsenzarbeit wird weniger wichtig, stattdessen werden viele Mitarbeiter sehr flexibel arbeiten. Und ja, es ist sogar denkbar, dass vielfach Festanstellungen eher geringer werden und sich insbesondere in IT und Entwicklung stark gefragte Freelancer die besten Arbeitgeber und Auftraggeber suchen. Und solche Peers wird man nicht mehr einfach nur mit interessanten Aufgaben oder einem guten Gehalt locken. Da ist schon etwas mehr gefragt.

Nicht umsonst geht Al-Ani davon aus, dass ein Wandel von der sogenannten Push-Ökonomie zu einer sogenannten Pull-Ökonomie statt. Die Führungskräfte von morgen müssen wissen, woher sie Wissen nehmen oder ziehen. Sie müssen Mitarbeiter stetig motivieren, ihnen Teilhabe bieten und unmittelbares Feedback. Sie müssen sehr gut kommunizieren können. Und das in einem gobalen Wettbewerb. In Zukunft sind nicht mehr reine Alphas gefragt, die um sich selbst kreisen. Frauen haben hier nach wie vor einen Vorteil: Aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisierung sind sie tendenziell ein wenig flexibler. Und sie sind oft etwas empathischer. Das sind Fähigkeiten, die in Zukunft eine noch wichtigere Rollen spielen werden.

Thoborg geht davon aus, dass bis 2040 der soziale Druck auf die Unternehmen, sich Umwelt und Mitarbeitern gegenüber verantwortungsvoll zu verhalten, noch weiter steigen wird. Schon heute wissen wir, wie Skandale im Netz in Echtzeit eskalisieren können.  Die Entscheider und Entscheiderinnen der Zukunft müssen deshalb umsichtig agieren – aber sie dürfen eben keine Angst haben. Sondern sie müssen Thoborg zufolge früh gelernt haben, aus der eignen Komfortzone heraus zu treten und sich immer wieder auf Neues einzulassen, “die eigenen Überzeugungen immer wieder neu auf ihre Tragfähigkeit hin abzuklopfen.”

Eine interessante Thesen. Mal sehen, wie es wirklich kommen wird. Das Jahr 2040 ist eigentlich gar nicht mehr so lange hin, finde ich. Jaja. Ich denke dabei selbst an mein Alter: Denn ich wäre dann 60 Jahre alt. Eigentlich im besten Alter für eine Spitzenposition als Aufsichtsrätin. Aber dahin kann noch viel passieren.

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