Dax-Unternehmen an der Spitze weiter frauenfrei

Geht es um die Machtverteilung bei den Dax-30 sind die Entscheidungspositionen immer noch mit Männern besetzt.

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Geht es um die Machtverteilung bei den Dax-30 sind die Entscheidungspositionen immer noch mit Männern besetzt.

Die Frauenquote ist dank Gesetz bei den 30 größten börsennotierten Unternehmen erstmals erreicht. Aber was das operative Geschäft angeht, fehlen Frauen weiterhin.

 

Es war ein guter Plan: Die Frauenquote für Aufsichtsräte – immerhin sind dies die Kontrollgremien der Wirtschaft, in denen auch Personalentscheidungen getroffen werden – sollte den Frauenanteil in Führungspositionen generell erhöhen. Doch während das kritische Maß von 30 Prozent in den Aufsichtsräten der Dax-30 in diesem Jahr erstmals erreicht wird, sieht es auf operativer Ebene immer noch düster aus. Hier sind die Unternehmen von ihren Zielen noch weit entfernt. Allein um auf 30 Prozent zu kommen, fehlen dem Dax-30 momentan auf den ersten drei Führungsebenen über 1.100 weibliche Führungskräfte. Das geht aus einer Erhebung der Personalberatung Russell Reynolds Associates hervor, die gerade veröffentlicht wurde.

Seit acht Jahren analysiert das auf die Besetzung von Spitzenpositionen spezialisierte Unternehmen die Zusammensetzung der Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen in einer jährliche Studie. “Es werden dringend weibliche Führungskräfte gesucht”, sagt Jens-Thomas Pietralla, Leiter der Europäischen CEO & Board Praxisgruppe bei Russell Reynolds Associates. Zwar sind die gesetzlichen Vorgaben nunmehr erfüllt, nimmt man aber Aufsichtsrats-Vorsitz und Ausschusstätigkeit als Maßstab für die Machtverteilung in Aufsichtsräten, so ist der Dax-30 nach wie vor sehr männlich dominiert.

Bislang gibt es mit Simone Bagel-Trah bei Henkel nur eine weibliche Aufsichtsratsvorsitzende bei den 30 Dax-Konzernen, und zehn weibliche Ausschussvorsitzende von 129. Henkel war allerdings auch schon bei der Frauenquote im Aufsichtsrat Vorreiter.

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