„Das Leben stellt dir niemals eine Aufgabe, die du nicht schaffst“

Annelies Peiner

nushu

Bereits früh erkennt Annelies Peiner, wie wichtig für Frauen die Chancengerechtigkeit ist. Als ihr das Engagement im agenturinternen Frauennetzwerk bei Edelmann nicht mehr reicht, steigt sie bei nushu, einem Karrierenetzwerk für Frauen, ein.

Annelies Peiner, Geschäftsführerin von nushu, machte ihren Bachelor in Communication und Cultural Management an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Danach arbeitete sie viele Jahre in Agenturen, erst bei fischerAppelt und anschließend bei Edelman. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit waren dabei die Beratung von Unternehmen hinsichtlich ihrer internen und externen Kommunikation, das Ausrollen nationaler und internationaler Kampagnen sowie die Spezialisierung auf Lovebrands. 2018 kehrt sie der Agenturseite den Rücken, um Melanie Schütze bei nushu zu unterstützen. Seitdem setzt sie sich intensiv für mehr Weiblichkeit in der Wirtschaft ein und vernetzt Frauen bei nushu.

 

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Annelies Peiner: Ein Blick auf die politischen, wirtschaftlichen und medialen Bühnen unserer Welt reicht aus, um zu sehen, dass hinsichtlich der Visibilität von Frauen etwas geschehen muss. Schalte ich den Fernseher an, sehe ich weiße männliche Vorstände über den Bildschirm flimmern. Das muss sich ändern. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass in der Wirtschaft Vorbilder für Frauen sowie Diversität geschaffen werden. Mein Ziel: Eine Gesellschaft, in der Chancengerechtigkeit Normalität ist.

Mit dieser Motivation bin ich auch Geschäftsführerin bei nushu geworden. Wir vernetzen Frauen im deutschsprachigen Raum, fördern den aktiven Austausch, bieten unseren Mitgliedern Vorträge zu Themen wie Gründung und Finanzen an, verschaffen ihnen ein Gehör und bieten ihnen die Bühne, die sie verdienen.

die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Peiner: Im Laufe meiner Karriere bin ich immer wieder tollen Mensch begegnet, die an mich geglaubt und mich unterstützt haben. Allerdings habe ich mir auch schon früh Vorbilder und Mentor*innen gesucht. So beeinflusste mich bereits als Volontärin die Geschäftsführerin von fischerAppelt mit ihrer Führungskultur – die übrigens noch heute meine Mentorin und Freundin ist. Ich habe also schon früh gemerkt, wie wichtig das eigene Netzwerk ist. Daher kenne ich wirklich für jede Frage und jedes Problem jemanden, der nicht nur mir weiterhelfen kann.


In der Serie 6 aus 49 beantworten 49 weibliche Führungskräfte
sechs Fragen zu ihrem persönlichen Karriereweg.


die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Peiner: Obwohl ich keine von diesen großen Scheitergeschichten zum Besten geben kann, gab es jede Menge Hürden. Ich versuche bei allen Hürden und Herausforderungen allerdings immer, die Lösung zu finden und das Problem zu knacken. Deshalb fokussiere ich mich nicht auf die Hürden, sondern auf den Weg.

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Peiner: Ich bekomme oft gesagt, dass meine gute Laune ansteckend ist. So etwas zu hören, freut mich sehr. Denn ich finde es wichtig, andere Leute mit positiven Vibes anzustecken und sie mitzureißen. Außerdem lebt und arbeitet es sich mit guter Laune und einem Funken Optimismus leichter. Ferner bin ich lösungsorientiert und eine Macherin, was insbesondere bei einem Start-up wie unserem wichtig ist. Es hilft vor allem in schwierigen Phasen, selbstbestimmt zum Ziel zu kommen.

die Chefin: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Peiner: Ein ehemaliger Chef sagte mal: Das Leben stellt dir niemals eine Aufgabe, die du nicht schaffst. Und auch wenn dieser Satz ein wenig kitschig klingt, er hatte recht. Ob berufliche oder private Situationen, bis jetzt habe ich immer alle unlösbar scheinenden Aufgaben gemeistert.

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Peiner: Bau’ dir aktiv ein Netzwerk auf, bevor du es brauchst. Frauen sollten nicht unterschätzen, wie viel Energie, Rückhalt, Unterstützung und Karrierechancen sie aus einem gut funktionierenden Netzwerk ziehen können.

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