Chefredakteurinnen für Spiegel Online und SZ.de

Auch bei den Online-Medien steigt der Anteil von Frauen in Führungspositionen. Aber ob sich damit die Arbeitsbedingungen auch verbessern?

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Auch bei den Online-Medien steigt der Anteil von Frauen in Führungspositionen. Aber ob sich damit die Arbeitsbedingungen auch verbessern?

Gleich zwei wichtige Leitmedien bekommen eine Frau als Chefin: Barbara Hans wird Chefredakteurin bei Spiegel Online, Julia Bönisch wird stellvertretende Chefredakteurin bei SZ.de.

Gute Nachrichten für die Online-Medien: Zeitgleich beordern sowohl Spiegel Online (Spon) als auch Sueddeutsche.de (SZ.de) jeweils eine Frau in den Führungsstab. Bei SPON übernimmt die 35-jährige Barbara Hans die Nachfolge von Florian Harms (43). Er war seit Januar 2015 Chefredakteur, wurde aber abberufen und verlässt den Spiegel-Verlag.

Barbara Hans leitete das Ressort Panorama und war seit 2014 Mitglied der Chefredaktion und stellvertretende Chefredakteurin. Ihre Aufgabe nun: Das Angebot ausbauen und das “publizistische Profil schärfen”, heißt es vom Verlag.

Beim Mitbewerber in Müchen – der Onlineredaktion der Süddeutschen Zeitung – rückt ebenfalls eine Frau in die Chefetage. Künftig wird die 36-jährige Julia Bönisch sich die Führung mit Stefan Plöchinger teilen. Das teilt die Südwestdeutsche Medienholding mit. Der 40-jährige Plöchinger war 2010 von Spon zu SZ.de als Chefredakteur gewechselt. Er soll sich künftig vor allem um die Markenstrategie kümmern, während Bönisch sich um das Nachrichtengeschäft kümmern soll. Sie ist seit 2007 bei SZ.de, zuletzt als Chefin vom Dienst. Dieser Posten soll nicht wiederbesetzt werden. SZ.de steht seit langem in der Kritik von Gewerkschaften, viele Jobs mit sogenannten arbeitnehmerähnlichen Selbständigen und vermutlichen Scheinselbständigen statt mit ordentlichen Beschäftigungsverhältnissen besetzt zu haben.

Einziges Manko auch: Sowohl Spiegel Online als auch Sueddeutsche.de haben keine Tarifbindung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Redaktionen werden deutlich schlechter bezahlt als ihre Kolleginnen und Kollegen in den Print-Mutterhäusern. Man darf gespannt sein, ob die neuen Führungsfrauen hier etwas verändern werden…

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