Chefinnen mit Charisma sind gut fürs Team

Unter Charisma verstehen viele Beschäftigte Eigenschaften wie Empathie und Sensibilität.

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Unter Charisma verstehen viele Beschäftigte Eigenschaften wie Empathie und Sensibilität.

Charismatische Führungskräfte sind besser für ein Team. Besonders in Krisen und Veränderungsprozessen. Das stellt eine neue Studie fest.

Demnach hat das Charisma der Chefin oder des Chefs einen Einfluss darauf, wie stark sich die Führungskraft für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzt. Das berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell über eine neue Studie der Universitt Münster und der Kühne Logistics University in Hamburg. Demnach hatten zwei Forscher Beschäftigte und ihre Teamleiter eines großen Unternehmens dazu befragt, wie charismatisch sie ihren Chef bzw. die Chefin fanden. Die Firma befand sich zum Befragungszeitraum in einer starken Veränderungssituation. Außerdem sollten die befragten Beschäftigten angeben, wie stark ihr Vertrauen in den Vorgesetzten bzw. die Vorgesetzte sei. Und sie sollten Angaben darüber machen, ob die Teammitglieder glaubten, dass der Chefin / die Chefin die starken Umbrüche würde meistern können. Die Führungskräfte wiederum wurden um eine Selbsteinschätzung gebeten und sollten angeben, wie stark sie sich für ihr Team einsetzten. Die Befragung fand online statt.

Interessant ist, welches Verhalten die befragten Beschäftigten tatsächlich als charismatisch deuteten. Es waren keineswegs dominante Verhaltensweisen, sondern Eigenschaften wie Empathie und Sensibilität, aber auch die Fähigkeit, in positiven Szenarien zu denken. Führungskräfte, die klare und starke Visionen für das Unternehmen und das Team hatten, wurden charismatischer eingeschätzt als solche, die keine Leitbilder hatten. Wichtig war den Beschäftigten auch, dass die Chefinnen und Chefs die persönliche Situation der Mitarbeiter mitbedachten. Und dass sie die Fähigkeit zum Querdenken besaßen. Klar wurde auch: Je charismatischer die Führungskräfte von ihren Teammitgliedern eingeschätzt wurden, desto engagierter erschienen ihnen diese. Und umso stärker war wiederum das Engagement des Teams.

Bei Führungskräften, die als weniger charismatisch beschrieben wurden, zeigte sich dagegen ein anderes Bild. Ihnen vertrauten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger – und entsprechend waren die Beschäftigten auch weniger bereit, hohe Leistungen zu zeigen. Vielmehr bestimmten Sorgen und Zukunftsängste den Alltag der Befragten.

Was lernen wir daraus? Dass gerade in schwierigen Zeiten, in Krisen und Umbrüchen es auf sensible und charismatische Persönlichkeiten in den Entscheidungspositionen ankommt. Dann wird insgesamt das Vertrauen gestärkt und die Organisation ist besser in der Lage, Energien zu mobilisieren und eine Krise zu bewältigen. Das ist am Ende gut für das Wohl aller – auch aller Beschäftigten. Denn häufig können Umstrukturierungen und Entlassungen auf diese Weise verhindert werden. Und das Querdenken und finden von unkonventionellen Lösungen hat auch einen Effekt auf die Beschäftigten – kurzum: ein Unternehmen hat auf diese Weise mehr Potential, eine Krise zu überstehen.

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