Bringt die Digitalisierung Frauen (Karriere-)Freiheit?

Ob als Arbeitnehmerin, als Selbständige oder als Führungskraft in einem Unternehmen: Die Digitalisierung bietet Frauen gute Chancen, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen.

www.kaboompics.com

Ob als Arbeitnehmerin, als Selbständige oder als Führungskraft in einem Unternehmen: Die Digitalisierung bietet Frauen gute Chancen, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen.

Sie sind Frauen, die Millionenprojekte verantworten. Und oft für Milliardenumsätze zuständig: Top-Entscheiderinnen aus der Immobilienbranche haben sich kürzlich in der Hauptstadt getroffen.

Beim Jahreskongress der Immobilien-Frauen, den dieChefin als Medienpartnerin unterstützte, ging es auch um die Frage, wie die Digitalisierung die Karrierechancen von Frauen verändert. “Frauen werden durch die  technischen Möglichkeiten transparenter. Es gibt unzählige Möglichkeiten und Plattformen zum Selbstausdruck und dazu, sich als Unternehmerin, als Marke, als Fachkraft bekannt zu machen”, sagt etwa Agnieszka Krzeminska. Sie ist Expertin für Online- und Social-Media-Strategien und hat das Netzwerk Digital Media Women mitgegründet. Krzeminska rät zu einem entspannten und spielerischen Umgang mit neuen Tools und Karriereplattformen. Sensibel mit den eigenen Daten umgehen, aber die neuen Möglichkeiten, auch auszuprobieren. “Nie hatten Frauen zuvor die Möglichkeit, sich mit einfachen Mitteln als Expertin bekannt zu machen oder überhaupt Teilhabe auszuüben”, sagt die Expertin.

Ob als Arbeitnehmerin, als Selbständige oder als Führungskraft in einem Unternehmen: Die Digitalisierung bietet Frauen gute Chancen, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Dass Frauen selbstverständlich berufstätig sein können, ist eine vergleichsweise junge Errungenschaft in der Menschheitsgeschichte. Und noch bis vor einigen Jahren war es Frauen kaum möglich, auch als Mütter noch voll berufstätig sein zu können. Durch das Internet und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten ist es Frauen heute aber überhaupt möglich, beide Bereiche – Familie und Job – zu verbinden. Immer mehr Unternehmen erlauben ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zunehmend, nicht zwingend im Büro anwesend sein zu müssen. Eine Flexibilität, die besonders den Frauen zu Gute kommt.

Durch die Digitalisierung wird die Welt vernetzter, sie wächst zusammen und es finden sich zahlreiche neue Möglichkeiten. Frauen können mit Crowdfunding Kapitel suchen, um ein Unternehmen zu gründen. Noch immer gibt es weniger Gründerinnen als Gründer. Frauen finden neue Märkte, Produkte, Zielgruppen und Kunden über das Netz. Denn Frauen wünschen sich frauenspezifische Produkte und Dienstleistungen und oft geben Frauen als Kaufentscheiderin und Kundin von Frauen geführten Unternehmen einen Vertrauensvorschuss.

Keine falsche Zurückhaltung

Allerdings stellt die Digitalisierung auch vielfältige neue Anforderungen an Frauen: Noch immer sind sie – und zwar in jedem Alter – Technik gegenüber skeptischer und zurückhaltender. Noch immer lernen Mädchen, dass Technik und besonders IT nichts für sie ist. Noch immer wird jungen Frauen von technischen Berufen und IT zu oft abgeraten.

Für die Entscheiderinnen in der Immobilienbranche stellen sich hier noch einmal ganz andere, zentrale Fragen: Die Branche verändert sich durch die Digitalisierung erheblich. Einerseits ist es viel einfacher geworden, über Crowdfunding Kapitel zu finden. Andererseits neue Herausforderungen beim Datenschutz. Wer sich mit Immobilienbewertung etwa beschäftigt, steht heute in einer ganz anderen Haftung. Und in Zukunft werden intelligente Häuser und Gewerbeimmobilien sich selbst steuern – und regeln, wann die Heizung, das Licht oder die Kaffeemaschine für die Mitarbeiter angestellt werden. Häuser, die mit hunderttausenden Sensoren ausgestattet sind und alles Leben in ihnen bemessen, berechnen und verwerten – erste Pilotobjekte gibt es bereits. Dass die Technik den Menschen nicht vergisst, bleibt wichtig. Auch das könnte eine Herausforderung für Frauen in Zukunft sein.

Passend zum Thema