Bestrafung fördert Kooperation

Teams arbeiten da kooperativ zusammen, wenn alle mitbestimmen dürfen.

Unsplash / Christin Hume

Teams arbeiten da kooperativ zusammen, wenn alle mitbestimmen dürfen.

Wie lässt sich kooperatives Verhalten in einer Gruppe fördern? Eine neue Studie stellt nun fest: Durch Bestrafung, wenn Teammitglieder sich nicht kooperativ verhalten.

Das berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell über eine Studie von Psychologen der Universitäten Ulm und Aachen. Demnach sei die Wirksamkeit um so größer, “wenn die Gruppe über die Bestrafung demokratisch entscheidet”.

Die Forscherinnen und Forscher hatten ein klassisches Paradigma aus der Spieltheorie eingesetzt und Beispiele simuliert: In einem Versuch mit vier Probanden, die eine Gruppe bildeten, aber in getrennten Räumen saßen und nicht miteinander kommunizieren konnten, sollte ein bestimmter Betrag in ein Gemeinschaftsguthaben investiert werden. Das, was die Spieler nicht investierten, durften sie für sich behalten. Aber das, was investiert wurde, sollte am Ende vervielfacht werden und auf alle Mitspieler gleich verteilt werden. Der Clou: Wer nichts oder kaum etwas investiert, würde – sofern alle anderen investieren – seinen eigenen Anteil behalten und noch den vervielfachten Gewinn einstreichen.

Bekannt ist außerdem: Werden die Regeln so verschärft, dass derjenige, der sich wie ein Trittbrettfahrer verhält, dafür bestraft wird – und ihm oder ihr also die Summe abgezogen wird – dann ist die Kooperationsbereitschaft auf einmal viel größer. Genau das taten die Forscherinnen und Forscher und gaben den Spielern die Möglichkeit, demokratisch zu entscheiden, ob ein anderes Mitglied bestraft wird oder nicht. Stimmen die meisten dafür, gibt es Sanktionen. Und siehe da: Die Kooperationsbereitschaft war am höchsten, als es das Mittel zur demokratischen Sanktion gab.

Wenn das Team mitbestimmt, ist die Zufriedenheit am größten

Nach jeder Spielvariante bewerteten die Versuchspersonen außerdem ihre Zufriedenheit und ihr Vertrauen in die anderen Gruppenmitglieder und wie fair sie das Spiel empfunden haben. Auch hier zeigte sich, dass mit Probanden die Version mit der demokratischen Bestrafung am fairsten fanden. Schließlich konnten alle mitsprechen.

Was heißt das nun fürs Arbeitsleben? Teams arbeiten da gut und fair zusammen, wenn alle ein Mitspracherecht haben und ausgeschlossen wird, dass ein Mitglied Trittbrettfahrer sein kann.

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