Aufschieber denken anders

Menschen, die viel aufschieben, weisen im Hirn andere Verknüpfungen auf als Menschen, die schnell in die Umsetzung kommen.

Unsplash / Ryan Rush

Menschen, die viel aufschieben, weisen im Hirn andere Verknüpfungen auf als Menschen, die schnell in die Umsetzung kommen.

Die einen machen’s, die anderen schieben auf: Forscherinnen und Forscher haben nun herausgefunden, dass Menschen, die viel prokrastinieren, andere Verknüpfungen im Hirn haben als Menschen, die Aufgaben oder Arbeiten sofort abarbeiten.

Das berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell über eine neue Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum. Die Wissenschaftlerinnen konnten demnach zwei Hirnbereiche identifizieren, deren Größe und funktionelle Verknüpfung sich offenbar darin unterscheiden, wie gut ein Mensch seine Handlungen kontrollieren kann. Dazu untersuchten sie über 250 Männer und Frauen und befragten sie zu ihrem Verhalten.

Aufschieben aus Angst

Das Ergebnis: Menschen, die ihr Handeln schlechter kontrollieren konnten, hatten eine größere Amygdala, einem Bereich im Gehirn, der uns dabei hilft, eine Situation zu beurteilen und die Folgen unserer Handlungen abzuschätzen. Zudem war die Verbindung zwischen verschiedenen Hirnbereichen bei diesen Probandinnen und Probanden weniger stark ausgeprägt. Die Vermutung der Forscherinnen: Bei diesem Menschen stimmt das Zusammenspiel dieser Areale nicht so gut, sie schätzen die Folgen von Handlungen stärker negativ ein – und das führt letztlich dazu, dass sie Dinge aufschieben. Das entsprach auch ihren Selbstangaben.

Wer hingegen eher ein “Macher” oder eine “Macherin” war, bei dem konnten diese Auffälligkeiten im Hirn so nicht nachgewiesen werden. Völlig unklar ist aber, ob sich die Funktionalität der Hirnregionen durch Trainings verändern kann. Dazu soll es Folgestudien geben.

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