Auch Frauen misstrauen Führungsfrauen

Frauen fällt es schwerer, ihre Zweifel an Führungsfrauen zu kommunizieren.

Unsplash / Rawpixel

Frauen fällt es schwerer, ihre Zweifel an Führungsfrauen zu kommunizieren.

Frauen in Führungspositionen haben es immer noch schwer. Das liegt aber nicht nur an den Männern. Sondern auch an anderen Frauen, zeigt eine neue Studie.

Über diese berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell. Forscher der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf (HHU) hatten dabei untersucht, wie stark verbreitet Vorbehalte gegenüber Führungsfrauen sind. Außerdem wollten die Forscher herausfinden, wie ehrlich die Teilnehmenden antworten würden, wenn sie fürchten müssen, dass ihre Meinung bekannt werden würde.

Gewöhnlich werden einfache Selbstberichte verwendet, um Vorurteile genauer zu untersuchen. Allerdings kommt es dabei zu einer Verzerrung, heißt es in dem Artikel, weil die Befragten nicht ehrlich antworten Immerhin ist es nicht wenigen peinlich, wenn sie selbst Vorurteile haben. Das entspricht nicht der erwarteten oder unterstellten sozialen Norm.

Bei Männern sind Vorurteile verbreiteter

Daher verwendeten die Forscher in dieser Untersuchung “entweder eine konventionelle direkte Frage oder eine indirekte Frage im sogenannten „Crosswise“-Format”, berichtet das Magazin. So konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Vorurteile gegen Managerinnen viel verbreiteter sind als angenommen. Mehr als jede dritte befragte Person äußerte solche Vorbehalte. Es gibt aber wesentliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während bei Männern die Vorurteile wesentlich stärker verbreitet sind (45 Prozent der befragten Männer äußerten sich kritisch), sind es etwas weniger Frauen, die Vorurteile über Chefinnen haben: 28 Prozent der befragten Frauen hatten Vorbehalte.

Interessant aber ist: “Bei Frauen stieg der Anteil der Antworten, in denen ein Vorbehalt berichtet wurde, beim Wechsel von einer direkten Frage zu einer Frage im ‘Crosswise’-Format allerdings deutlich stärker an (10 Prozent gegenüber 28 Prozent) als bei Männern (36 Prozent gegenüber 45 Prozent)”, heißt es in dem Artikel. Offenbar fällt es Frauen – möglicherweise wegen eigenen Erfahrungen – schwerer, ihre Zweifel offen zu thematisieren. Das Ergebnis der Untersuchung aber spricht Bände: Frauen werden es wohl auch in Zukunft schwerer in Führungspositionen haben, lautet das Fazit der Forschenden.

Passend zum Thema