850 Millionen Euro zum Muttertag

Mutter-Kind-Idylle: Am Muttertag könnte auch einiges gegen die Benachteiligung von Müttern in der Arbeitswelt getan werden.

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Mutter-Kind-Idylle: Am Muttertag könnte auch einiges gegen die Benachteiligung von Müttern in der Arbeitswelt getan werden.

Wie viel sind den Deutschen ihre Mütter wert? Glaubt man einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands sind es 850 Millionen Euro.

In dieser Höhe nämlich wollen die meisten für ihre Mütter Geschenke kaufen. Ganz vorne mit dabei: Blumen, Kosmetika, Süßigkeiten, Parfüm. Für die Umfrage wurden 1.500 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt. Die allermeisten erklärten, dass sie ihrer Mutter jedes Jahr ein Geschenk machten, nur eine Minderheit sagte, dass sie ausnahmsweise etwas schenkten.

Aber muss das überhaupt sein? Gut 100 Jahre nach der Erfindung des Muttertags sind Mütter vor allem in der Arbeitswelt noch immer benachteiligt. Das Einkommen von Frauen nach der Geburt eines Kindes sinkt starkt, zeigt gerade eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Und noch immer haben Frauen es sehr schwer, überhaupt in einen vergleichbaren Job zurückzukehren. Zehn Prozent weniger Stundenlohn sind demnach bei einer Elternzeit von einem Jahr Usus. Und selbst, wenn Frauen kürzer pausieren, sinken ihre Gehalts- und Karrierechancen. Warum? Weil ihnen die kurze Auszeit in der Regel als Rabenmuttertum ausgelegt wird!

Das sollte sich dringend ändern – und daher hätten wir einen kleinen Vorschlag zum Muttertag: Mehr Chancengerechtigkeit für Mütter in der Arbeitswelt statt Blumen, Süßes und Parfüm. Mit den 850 Millionen Euro könnte man zum Beispiel auch in flächendeckende Kinderbetreuung investieren, zum Beispiel.

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