174 weibliche Aufsichtsräte bis 2016

Frauen fehlen in den Aufsichtsräten.

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Frauen fehlen in den Aufsichtsräten.

Kürzlich hatten Familienministerin Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas die Eckpunkte für die geplante Frauenquote in Berlin vorgestellt, die ab 2016 kommen soll. Von einer starken gesetzlichen Vorgabe ist die Große Koalition bereits abgerückt. Der Entwurf sieht vor, dass die Quote von 30 Prozent Besetzung mit dem jeweiligen Minderheitengeschlecht nur für die Aufsichtsräte der börsennotierten Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern gelten soll.

Und auch nicht sofort, sondern nur für neu gewählte Gremien. Das bedeutet wieder einmal Aufschub: Denn zahlreiche Gremien sind erst kürzlich neu besetzt worden oder werden noch bis 2016 neu besetzt. Von einem schnellen Wandel kann also nicht die Rede sein. Immerhin sieht der Eckpunkteplan vor, dass die Quote sowohl für die Seite der Arbeitnehmervertretungen als auch die Anteilseignerseite gelten soll. Gerade hier gibt es bei vielen Dax-Konzernen Nachholbedarf. Laut Berechnungen des Familienministerium müssten 174 Frauen bis 2016 in die Kontrollgremien aufrücken.

Auf Seite der Arbeitnehmervertreter dürfte dies Gewerkschaftsangaben zufolge leicht zu schaffen sein. Bei der Anteilseigenerseite könnte dies schon schwieriger werden. Laut einer Studie der Personalberatung Kienbaum müssten 99 Aufsichtsräte auf Eigentümerseite mit Frauen besetzt werden (Stand Februar 2014).

Und was ist mit den kleineren Dax-Unternehmen? Für sie soll eine Art Flexiquote gelten. Gut 3.5000 Unternehmen wären davon betroffen. Man kann sich also darauf einstellen, dass das Quotengesetz nichts weiter als Kosmentik sein wird. Übrigens werden Vorstandspositionen wie auch sonstige Führungspositionen nicht von der Quote berührt. Auch hier gilt weiterhin das Freiwilligkeitsprinzip.

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